Umweltpolitik

BIOKARTOFFEL STATT GENTOMATE

Produktion im Überfluss, Energieverschwendung und die immer knapper werdenden Ressourcen führen zu Krieg, Artensterben und einer instabilen Biosphäre. Um die überzogenen Bedürfnisse von wenigen Menschen zu befriedigen, müssen Millionen Menschen leiden. Das wollen wir nicht länger akzeptieren.

Umweltverschmutzung, Flächenversiegelung, Raubbau und Massenproduktion leisten Tag für Tag ihren Beitrag, unsere Erde zu zerstören. Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung dürfen kein Luxus sein und müssen und können allen Menschen ermöglicht werden. Tatsächlich wird heute schon mehr als genug Nahrung produziert, um die Menschheit mehr als einmal zu versorgen.

Abfallvermeidung

Wir wollen zum Beispiel effizienter mit den Rohstoffen unserer Erde umgehen, wollen Müll – soweit es geht – vermeiden und Abfälle stattdessen einem effektiven Recycling zuführen. Die Zeit ist reif für Produkte ohne Abfall – hier sehen wir große Chancen für die Zukunft. Die Devise „Abfall vermeiden, vermindern und verwerten“ muss endlich praktisch umgesetzt werden. Als ersten Schritt wollen wir überflüssige Plasteverpackungen aus den Supermärkten verbannen, aber nicht durch ein Verbot, sondern durch entsprechende Umweltabgaben an Produzent_innen für solche Verpackungen. Weiterhin schlagen wir vor, dass die Gebühren für die Abfallentsorgung, also für wiederverwertbare Stoffe wie Papier, Plaste, Glas, Bioabfall und Elektrokleingeräte, völlig kostenfrei gestaltet und die Entsorgung von Müll, also von ungetrennten Stoffen in der Restmülltonne, mit erhöhten Gebühren belegt wird.

Erneuerbare Energien statt Kohle, Kernkraft und Öl

Jeder Mensch in der industrialisierten Gesellschaft benötigt Strom. Deshalb fordern wir die Rückführung des Energiesektors in die öffentliche Hand. Dazu gehören eine vermehrt dezentralisierte Energieversorgung und die Nutzung erneuerbarer Energien wie Biomasse, Solarenergie, Geothermie, Windenergie und Wasserkraft, um ausschließlich umweltfreundliche, saubere und sichere Alternativen anbieten zu können. Die schnellstmögliche Abschaltung aller Atomkraftwerke muss umgesetzt und der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung begonnen werden. Zudem darf es keine neuen Tagebauaufschlüsse geben. Weiterhin müssen die Stromnetze wieder in staatliche Hand überführt werden.

Wir fordern klare staatliche Vorschriften und sinkende Grenzwerte pro Kilowattstundeproduzierten Stroms zur Verminderung von CO2. Außerdem lehnen wir den Emissionshandel ab, der finanzstarken Unternehmen erlaubt, sich von Emissionen freizukaufen. Die Energiegewinnung durch Öl, sei es für Wärme oder Auto, führt zu Kriegen, unnötigen Emissionen und Naturkatastrophen. Deswegen müssen wir auf andere Energiequellen zurückgreifen. Hier wollen wir vermehrt in die Erforschung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz investieren. Alle sächsischen Institutionen, Behörden, Schulen usw., sollten generell Ökostrom beziehen, um dessen Anteil zu erhöhen und so als Vorbild zu wirken. Um die Menschen von den Vorteilen alternativer Energien zu überzeugen, muss der Staat Aufklärungsarbeit und finanzielle Unterstützung leisten. Sämtliche Subventionen für fossile Energieträger müssen abgeschafft und stattdessen vermehrt an Träger erneuerbarer Energien überführt werden. Kohle- und Atomstrom werden ja nur deshalb so billig, weil sie extrem subventioniert werden und wurden. Stellt man diese Subventionen um, ist ein schneller Ausbau von erneuerbaren Energien zu einer kostengünstigen Versorgung möglich.

Neue Landwirtschaft und Naturschutz

Gentechnik lehnen wir nicht grundsätzlich ab, sondern sind an einer Erforschung ihrer Vor- und Nachteile für den Menschen interessiert. Wir wenden uns aber gegen die landwirtschaftliche Nutzung von Gentechnik und die damit verbundenen Patentregelungen von Firmen sowie den durch Menschen gemachten Artenverlust. Staatliche Institutionen müssen bei der Versorgung ihrer Mitarbeiter_innen und Gäste ausschließlich auf biologische, regionale und saisonale Lebensmittel zurückgreifen, da sie eine Vorbildfunktion für das bewusste Kaufverhalten von Privatverbraucher_innen haben. Dabei muss zunächst das staatliche BIO-Label strengeren Vorgaben genügen und eine stärkere Kontrolle dieser Nahrungsmittelproduzenten erfolgen.

Subventionen für die landwirtschaftliche Produktion sollen zukünftig nur Betrieben gezahlt werden, die nach ökologischen Standards produzieren, um so Ökoprodukte zu subventionieren und damit günstiger anbieten zu können.

Wir sprechen uns gegen die Zersiedelung von Naturräumen aus und unterstützen stattdessen die Ausweitung von geschützten Ökosystemen zum Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Dabei sollen Nichtregierungsorganisationen ein Klagerecht gegen die Zerstörung von Lebensräumen erhalten.

Faire und artgerechte Lebensbedingungen für Tiere

Für den Umgang mit Tieren fordern wir faire und artgerechte Lebensbedingungen sowie ein Klagerecht für Tierschutzvereine. Massentierhaltung ist aus unserer Sicht Tierquälerei und muss verboten werden. Käfighaltung und medizinisch nicht notwendige Tierversuche sowie das Töten von Tieren für Modeartikel muss ebenso abgeschafft und verboten werden. Schutzzonen für bedrohte Wildtierarten müssen strenger kontrolliert und erweitert werden. Das betrifft auch die Siedlungsgebiete von Wölfen. Einen Abschuss dieser Tiere, die sich allmählich wieder in sächsischen Regionen ansiedeln, lehnen wir ab.

Wir fordern:

  • Stärkere Vermeidung und Verwertung von Abfällen und eine Abgabe für Plasteverpackungen
  • Abschaffung von Gebühren für Entsorgung von getrenntem Abfall
  • Erhöhung der Gebühren für Entsorgung von Restmüll
  • Rückführung des Energiesektors in öffentliche Hand
  • Aufbau einer dezentralen Energieversorgung und die Nutzung von erneuerbaren Energien
  • Ausstieg aus der Braunkohle und der Atomkraft
  • Verstärkte staatliche Unterstützung von erneuerbaren Energien
  • Klare Grenzwerte für den Ausstoß von CO2 und Abschaffung des Emissionshandels
  • Staatliche Förderung von ökologischer Landwirtschaft
  • Keine Gentechnik in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln
  • Bevorzugung von biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln
  • Mehr und besser gestaltete Naturschutzgebiete
  • Abschaffung medizinisch nicht notwendiger Tierversuche
  • Einstellung von Massentierhaltung