Jeden letzen Freitag im Monat um 18 Uhr in Leipzig (Augustusplatz): Critical Mass!

Critical Mass erfolgreich

Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben am 10. April 2011 dazu aufgerufen, Leipzig ohne Auto zu entdecken. Dazu gab es auf dem Augustusplatz ein Straßenfest mit vielen Ständen von Umweltorganisationen und Parteien. Außerdem konnten alle Fahrgäste mit einem Kinderticket den ganzen Tag lang Bus und Straßenbahn fahren.

Dazu Marco Böhme, Mitglied im Beauftragtenrat (Landesvorstand) der linksjugend [‘solid] Sachsen: 

„Wir begrüßen die Aktion der Leipziger Verkehrsbetriebe, fordern aber, Leipzig und andere Städte immer ohne Auto zu entdecken! Immernoch werden in Großstädten unnötig viele Strecken mit dem Auto zurückgelegt Durch den Ausbau des ÖPNV und die Senkung der Fahrpreise könnte dies viel schneller gelingen, als mit symbolischen Festen und Sonderkonditionen an ausgewählten Tagen. Um das Anliegen der Aktion dennoch zu unterstützen, wollten wir mit direkten Aktionen den Leipziger Autofahrerinnen und Autofahrern zeigen, dass auch andere Fortbewegungsarten Rechte im öffentlichen Verkehrsraum haben. Daher haben wir zu einer großen Critical Mass aufgerufen, um den Autoverkehr gezielt auszubremsen.“

Eine Critical Mass ist eine beliebte, aber noch selten in Erscheinung tretende Protestform auf der Straße. Dazu müssen laut Straßenverkehrsordnung § 27 „Verbände“  mehr als 15  Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer als Verbund unterwegs sein und dürfen so eine reguläre Fahrspur befahren.

An der Critical Mass am 10.04.11 haben über 80 Fahrradfahrer_innen und Fahrradfaher teilgenommen. In Leipzig gibt es regelmäßig Critical Mass Aktionen. Jeden letzten Freitag im Montag treffen sich 17:30 Uhr Radfahrerinnen und Radfahrer zum gemeinsamen Radfahren am Augustusplatz. Auch in Dresden treffen sich am letzten Freitag im Monat um 18.30 Uhr die Radler_innen an der Lingnerallee/Petersburger Str. am Denkmal

critical mass zum autofreien Sonntag am 10.04.11

Der Landesarbeitskreis Ökologie der linksjugend ['solid] Sachsen läd ein:

Gemeinsames Radfahren - gegen den Autowahn; critical Mass am 10.04.11 um 14:30 Uhr am Augustusplatz Leipzig


Ihr seid der Stau, wir sind der Verkehr!

Wir fordern eine autoarme Welt!


Eine critical mass ist eine beliebte, aber noch selten in Erscheinung tretende Protestform auf der Straße. Dazu müsst ihr mehr als 15 Fahrradfaher_innen sein und könnt so den motorisierten Individualverkehr ausbremsen.

Dafür bedarf es keiner Anmeldung bei den Ordnungsbehörden, denn in der Straßenverkehrsordnung ist festgeschrieben, dass ihr als Verband die Fahrbahn nutzen dürft. Mit solchen Aktionen zeigt ihr den anderen Verkehrsteilnehmern, dass auch ihr zum Verkehr gehört und gefälligst sichere Radwege und Radfahrstreifen/spuren zugesteht bekommen müsst.

§ 27 StVO Verbände

(...) Mehr als 15 Radfahrer dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. (…)

Aufruftext:

Der motorisierte Individualverkehr kann in seiner derzeitigen Größenordnung nicht ökologisch gestaltet werden. Unsere Gesellschaft braucht nicht mehr Autos, sondern eine alternative Verkehrspolitik!

Gerade im Zusammenhang mit einer der größten globalen Herausforderung des  Menschen, dem anthropogenen Klimawandel, wird die Antiquiertheit des Autos besonders deutlich. So trägt der Verkehrssektor in Deutschland mit ca. 20% erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei, wobei die private Autonutzung den größten Anteil hat. Dies ist insofern besonders dramatisch, weil die CO2-Emissionen im Verkehrssektor, im Gegensatz zu anderen Bereichen in Deutschland, kontinuierlich ansteigen.

Darüber hinaus hat das Auto viele weitere negative ökologische und gesundheitliche Folgen. Beispiele dafür sind die Flächenversiegelung sowie die Zerschneidung von Lebensräumen und wertvollen Biotopen. Der hohe Ausstoß von Feinstaub, Stickstoffoxiden, Benzol, und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen wird vor allen in den Städten zu einer starken gesundheitlichen Belastung.

Trotz der offensichtlichen Schäden für Natur und Gesellschaft hält die Politik an der Bevorzugung des Autos gegenüber anderen Transport- und Fortbewegungsmitteln fest. Die eklatant ungleichen Investitionen in die verschiedenen Infrastrukturen werden fortgeführt. So stellt der Bund für den Straßenbau jedes Jahr aufs Neue viel mehr Geld zur Verfügung als für das Schienennetz. Darüber hinaus wurden in Zeiten knapper öffentlicher Gelder mehrere Milliarden für die Abwrackprämie ausgegeben. Funktionierende Autos wurden so gegen neu produzierte – teilweise umweltschädlichere – ersetzt. In Sachsen, wo 2010 im Haushalt drastische Einschnitte bei sozialen Einrichtungen gemacht wurden, zeigen sich die gleichen Tendenzen.

Dass diese Politik Unterstützung erfährt, kann man nicht allein auf individuelle Präferenzen von Menschen zurückführen. In der Außendarstellung dominiert die Inszenierung des Autos als Statussymbol. Dabei bedient man sich einer naiven Fortschrittsideologie und schreckt vor sexistischen Elementen nicht zurück. Quasi als Feigenblatt werden ökologische Entwicklungen angepriesen und vermarktet. Selbstverständlich fahren viele Leute gerne Auto und andere wiederum gönnen sich einen Sport- oder Geländewagen. Aber dass das Auto als Statussymbol gilt, liegt an der langjährigen Stärke der Automobilindustrie und der systematischen, finanziellen wie symbolischen, Förderung durch die Politik.

Darüber hinaus hat sich die Gestaltung des öffentlichen Raumes jahrzehntelang am Auto ausgerichtet. Ohne Autos gäbe es keine Einkaufszentren am Stadtrand, wodurch eine künstliche Abhängigkeit vom Automobil entsteht. In Städten entstehen so Konkurrenzsituationen zwischen Autofahrer_innen, Radfahrer_innen und Fußgänger_innen. Dabei wird durch die Infrastruktur, die Verkehrsführung und die Verwaltung das Auto systematisch bevorzugt.

Deshalb fordern wir eine nachhaltige und sozial gerechte Verkehrspolitik, die auf die Bedürfnisse der Menschen und nicht der Autos ausgerichtet ist. Die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Fahrradverkehrs muss konsequent vorangetrieben werden. Erste Schritte dazu wären ein kostenloser ÖPNV, mehr Radwege und Spielstraßen sowie die Einführung einer Citymaut.

Unsere Gesellschaft hat sich auf das Auto eingestellt – mit fatalen Folgen. Fordert mit uns eine andere Verkehrspolitik für eine sozialere und ökologischere Gesellschaft und lasst uns die Straßen zu Chill-Out-Zonen umwandeln!

Flyer und Plakat

 

 

 

Auswertung der Podiumsdiskussion "Ökologische Stadtwerke für alle!"

Am 27.11.10 fand in der Frauenkultur in Leipzig die Podiumsdiskussion "Ökologische Stadtwerke für alle!" statt. 30 junge und jung gebliebene Menschen besuchten die Veranstaltung.

Auf der Podiumsdiskussion erläuterte der Vertreter der Stadtwerke Leipzig, Herr Dr. Damm, dass der öffentliche Druck für mehr Investitionen in ökologische Projekte fehle. Die Stadt und ihre Akteure fordern immer nur mehr Gewinn um die leere Stadtkasse zu füllen. Die wenigen Menschen die sich für den ökologischen Umbau einsetzen seien zu gering. Dennoch haben die Stadtwerke viel getan. So bekommt jeder Leipziger Enegiekunde Wärme und Strom aus dem umweltfreundlichen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk und verschiedene Projekte wie Gastankstellen, Energieberatungen oder der Ausbau der Windenergie laufen bereits. Es gab auch mal einen Ökostromtarif, der sich jedoch durch die geringe Nachfrage nicht verkaufte. Zum Energiemix des Unternehmens, welches einen hohen Kohle- und Atomstromanteil aufweist, sagte er "dass dies durch den an der Energiebörse für die gesamte Kundschaft (Industrie- und nicht Leipziger Privatkunden) gekaufte Graustrom entsteht.“

Prof. Dr. Bastian von der HTWK sprach sich zudem für 100 % ökologisch erzeugten Strom aus: "Dies sei kein Problem, dafür gibt es genügend technische Möglichkeiten die nur umgesetzt werden müssen"

Mike Nagler wies über die Gefahren eines Ausverkaufs der Stadtwerke an private Unternehmen hin. "Dann wird immer das Gewinnstreben vor dem ökologischen Umbau stehen"

Über die letzten Parteitagsbeschlüsse der LINKEN.Sachsen sprach Nora von der linksjugend ['solid] Sachsen und forderte auch die Stadtwerke auf, sich an Investionen in Braunkohlekraftwerke fern zu halten.

Felix von der Grünen Jugend setzte zum Abschluss noch mal Aktzente für den ökologischen Umbau der Stadtwerke. Der politische Druck, dass viele Menschen zu Ökostromanbietern außerhalb der Region wechseln, müsste schon reichen damit die Stadtwerke handeln.

Nach der Podiumsdiskussion folgten die Workshop Phasen, wo sich intensiver mit den Themen "Arten und Eigenschaften von erneuerbaren Energien", den "Emissionshandel und deren Wirkung auf die Stadtwerke" sowie um die "Bürgerbeteiligung" beschäftigt wurde.

Am Ende wurde ein Forderungskatalog an die Stadtratsfraktionen, die Stadtwerke und politische Akteure formuliert, was momentan vom LAK-Ökologie noch ausgearbeitet wird. 

Podiumsdiskussion "ökologische Stadtwerke für alle!"

 

Viele Leipziger_innen suchen ökologische Stromanbieter, um persönlich etwas für den Klimaschutz zu tun. So gut wie immer kommen dann private Ökostromanbieter wie Lichblick oder Subunternehmen von RWE, Vattenfall und Co. heraus.

Wir fragen uns: Warum können die Stadtwerke nicht einen attraktiven Ökostromtarif anbieten, bei dem die Menschen etwas für den Klimaschutz tun und die Stadt in der sie leben unterstützen?

Zu dieser Frage laden wir am 27.November 2010 in die Frauenkultur (Windscheidstr. 51, neben Halle 5 am Connewitzer Kreuz) ein und haben folgendes Programm vorbereitet:

15:00 Uhr Podiumsdiskussion u. a. mit Dr. Winfried Damm (Stadtwerke Leipzig), Mike Nagler (Bürgerinitiative gegen den Ausverkauf der Stadt), Nora (Linksjugend Leipzig), Prof. Dr. Klaus Bastian (HTWK), Felix (Grüne Jugend) und Torsten (Jusos)

17:00 Uhr Workshoparbeit

W I Emissionshandel

Was ist der Emissionshandel und warum wird er kritisiert? Was gibt es für Mechanismen und welche Rolle spielen wirtschaftliche Interessen dabei? Wie agieren die Stadtwerke damit?

W II Bürgerbeteiligung

Wem gehören eigentlich die Stadtwerke? Nicht zuletzt dank des erfolgreichen Leipziger Bürgerentscheids vom Januar 2008 befinden sich die Stadtwerke Leipzig zu 100 Prozent in öffentlicher Hand und gehören damit den Leipzigerinnen und Leipzigern - also uns allen. Aber welchen Einfluss habe ich als Bürger_in der Stadt Leipzig auf die Politik der Stadtwerke? Wie ist gewährleistet, dass die Stadtwerke auch im Interesse der Bürger_innen und des Gemeinwohls wirtschaften? Wie offen und transparent sind die Entscheidungsprozesse im Unternehmen? Was könnte besser sein? Dies sollen einige Fragen sein, denen wir im Workshop auf den Grund gehen wollen.

W III Erneuerbare Energien

Ist ein massenhafter Ausbau erneuerbarer Energien in Leipzig überhaupt technisch Möglich um alle Menschen mit grüner Energie zu versorgen? Und wenn nein, was gibt es für Alternativen um von Kohle- und Atomstrom weg zu kommen?

19:00 Uhr Abschlussdiskussion


Das Plakat zur Veranstaltung gibt es -->hier!

Protokolle LAK Ökologie

 

 

 

Ökologie --> Wohlstand für alle!

Warum ein solcher Landesarbeitskreis?

Das Zusammenspiel von Natur und Umwelt sowie die Lösung von Energie- und Verkehrsproblemen sind Angelegenheiten überregionalen Ausmaßes. Es ist daher wichtig, sich mit diesen Themen auf Landesebene zu befassen. Zudem gibt es in den meisten Basisgruppen zu wenig Menschen, die sich für den betreffenden Bereich in einer regionalen AG beschäftigen können/wollen. In dem hier neu gegründeten LAK sollen Fragen über die Ausrichtung der Linksjugend zu den Themen Verkehr, grün-effizienter Wirtschaft, Ökofaschismus, Energie, Naturschutz, Entwicklungshilfe u. a. geklärt und eine Alternative zur Umweltpolitik der Grünen(-Jugend) geschaffen werden. Dabei soll Kapitalismuskritik das Grundgerüst bilden. Die Zusammenarbeit mit Bündnispartner_innen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Reaktionäre Forderungen sind dabei kritisch zu Hinterfragen. Schließlich kann Wohlstandsverzicht wie nach dem Motto „Zurück zur Natur“ nicht die Lösung der menschengemachten Probleme sein. Es gilt also alternative Lösungen zu finden, mit denen Luxus für alle und die Sicherung der Umwelt als Lebensgrundlage vereinbar sind. Letztlich ist globaler Wohlstand nur mit einer intakten Umwelt möglich. Dies beinhaltet automatisch die Bewahrung der Lebensgrundlagen des Menschen. Angefangen von einem sauberen und kostenlosen Badesee über gesunde Nahrungsmittel bis zur Abschwächung des globalen Klimawandels. Sozialer wie auch technischer Fortschritt sind Schlüssel zur Lösung der globalen Probleme dieser Welt.

Dieser LAK möchte außerdem mehr Druck auf die Partei die LINKE ausüben, um das umweltpolitische Profil zu stärken. Stetige Verbesserungen der ökologischen Leitlinien auf Landes- und Kommunalebene sind Aufgaben des LAK Ökologie. Natürlich müssen die genannten Dinge auch publik gemacht werden. Werbemittel (Aufkleber, Plakate, Flyer), Konferenzen oder Demonstrationen (zum Beispiel vor dem Firmensitz der örtlichen Stadtwerke, Anti-Atomdemos, etc.) sind Aktionsmöglichkeiten um Forderungen zu verbreiten.

Ich würde mich über eine rege Teilnahme von euch freuen,

Liebe Grüße. Marco