Vorträge

(Meth-)Amphetamine im Kontext einer Leistungsgesellschaft

– Schwimmen mit dem Strom oder dagegen?

kultur.drogen.politik-Zelt / Sa, 07.06. / 11:00 - 13:00

Der Konsum leistungssteigernder Drogen findet aufgrund der Illegalität im verborgenen statt, doch immer häufiger werden diese Substanzen auch im Arbeitskontext konsumiert, sei es an der Uni oder im Job. Der Vortrag versucht, den Begriff Leistungsgesellschaft zu umreißen und die Funktion von Drogen in dieser näher zu beleuchten.

Referent_in: Max (Voluntscout der DRUG SCOUTS Leipzig)

Buchvorstellung & Diskussion „Queer.Macht.Politik.“

Sexuelle Vielfalt aus linker Perspektive.

BlueBar / Sa, 07.06. / 11:00 – 13:00

Die zentralen Forderungen der Schwulen- und Lesbenbewegung der letzten 30 Jahren sind bald erfüllt, doch das Ende einer emanzipatorischen Politik bedeutet das nicht. Queere Politikansätze wollen die Hegemonie der Heterosexualität unterlaufen und den Spielraum nicht-heterosexueller Praxen erweitern. Aber was bedeutet das heute?

Die Herausgeber*innen des Buches agieren vor allem auf der Ebene der Parlamente. Sie kümmern sich um Rechtsänderungen, um die Finanzierung von queeren Projekten, um eine aufklärerische Bildungspolitik, um emanzipatorische Projekte – wie um die „Initiative Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Aber jede parlamentarische Arbeit findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie kann nur erfolgreich sein, wenn sie Handlungsspielräume „an der Basis“ eröffnet, sich im Bewusstsein von Mehrheiten etwas ändert. Davon berichtet dieses Buch. Wir laden ein zur Diskussion und Buchvorstellung.

Referent_in: Klaus Lederer

Warum Mädchen keine Astronauten werden wollen und Jungs Prinzessinnen albern finden

Wie Geschlechtsidentitäten entstehen

Theorie-Zelt / Sa, 07.06. / 16:30 - 18:00

Geschlechtsspezifische Identitäten sind trotz aller individuellen Spielarten derart konstant, daß sie oft als natürlich erscheinen. Jedoch dient in „… jeder Gesellschaft … das angebore-ne Geschlecht zur Rechtfertigung einer anerzogenen Geschlechtsrolle.“ (E.J. Haeberle) Die geschlechtsspezifische Sozialisation läuft manchmal derart subtil ab, daß Eltern eines Jungen und eines Mädchens davon überzeugt sind, keine Unterschiede in der Erziehung gemacht zu haben. Und doch gehen in den meisten Fällen kleine Prinzessinnen und Piraten daraus hervor. Biologistische Ansätze erfreuen sich in diesem Zusammen großer Beliebtheit. Es ist ja auch viel bequemer sich eben dem „Schicksal der Natur“ beugen zu müssen, als Erziehungsmethoden infrage zu stellen und die eigenen Erwartungen als voreingenommen zu entlarven. In der Veranstaltung soll jenseits eines reaktionären, Neurosexismus aufgedeckt werden, wie stereotype Vorstellung in jeder Generation mit verläßlicher Regelmäßigkeit und großem Erfolg auf die Sprößlinge projiziert werden. Die Veranstaltung hat sehr einführenden Charakter.

Referent_in: Sabrina Zachanassian (meine frauengruppe, Leipzig)

Ein Seminarangebot des Roten Baum e.V. Leipzig.

Rückstandslose Entsorgung von Dissidenten und Renegaten

Zirkuszelt / Sa, 07.06. / 16:30 - 18:00

Mord geplant? Leiche im Keller? Nichts macht die Ermittlungen bei einem Tötungsdelikt schwieriger als das Fehlen des Opfers. Deshalb gehört zu einem sauberen Mord eine saubere Entsorgung der Leiche. In diesem Vortrag wird gezeigt: Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Sie muss nur konzentriert genug sein.

!Von führenden Kriminalbiolog_innen empfohlen!

Referent_in: Genosse Lauer (DIE PARTEI OV Treptow-Köpenick)

Amphetamin in schwierigen Dosierungen

kultur.drogen.politik-Zelt / Sa, 07.06. / 16:30 - 18:00

Neben der Freude, welchen der Konsum von Amphetaminen bereitet, und die bleibenden Erinnerungen an wunderschöne Partys, birgt der Konsum Risiken. Aus chronifizierender Terminologie und situativer Nervosität können Gefährdungen resultieren. Solchen Korrelationen entgegenzuwirken und zur Sensibilisierung im sinne von Schadensminimierung beizutragen, daran ist dieser Vortrag interessiert.

Referent: Jaque (Voluntscout der DRUG SCOUTS Leipzig)

Die Destabilisierung der Transitregionen

durch den internationalen illegalen Drogenhandel

Heute das Dorf-Morgen die ganze Welt-Zelt / So, 08.06. / 11:00 - 13:00

Die vorherrschende Drogenpolitik ist mitverantwortlich für viele Opfer, seien dies Produzent_innen, Zivilist_innen oder Konsument_innen. Ich möchte versuchen, in diesem Vortrag aufzuzeigen, wie das Verhältnis von Drogenpolitik und Drogenhandel aussieht und welche Probleme daraus für die Transitregionen erwachsen.

Referent_in: Max

Soziale Rollen und Vorbilder von jungen Frauen

Heute das Dorf - Morgen die ganze Welt-Zelt / So, 08.06. / 14:30 - 16:00

Biologistische Erklärungsversuche für geschlechtsspezifische(s) Verhalten/ Stärken/ Schwächen sind nach wie vor in hohem Maße verbreitet. Ich möchte veranschaulichen, dass und wie derartiges Verhalten durch Sozialisation entsteht. Zudem möchte ich eine Untersuchung vorstellen, welche am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land durchgeführt wurde. Diese untersuchte in wie fern junge Frauen noch heute auf stereotyp-weibliche soziale Rollen festgelegt werden.

Referent_in: Nele

Ein Seminarangebot der Landesarbeitsgemeinschaft Queer.

„Meine Mutti ist Abteilungsleiter, alle Tage steht sie ihren Mann…"

Das Frauenbild in der DDR

BlueBar / So, 08.06. / 14:30 - 16:00

Befragt man die ältere Generation in Ostdeutschland, scheint es die Frauenfrage im Sozialismus nicht gegeben zu haben: Frauen arbeiteten, ließen sich scheiden und wurden Bürgermeister, sie waren – im Guten wie im Schlechten – Genossen unter Genossen, von feministischen Sperenzchen weit entfernt. Bald schon schrieb sich der sozialistische Staat die erfolgreiche Emanzipation der Frau auf die roten Fahnen und demonstrierte so seine Überlegenheit gegenüber dem Klassenfeind. Diesem Mythos der abgeschlossenen Emanzipation soll in der Veranstaltung auf den Grund gegangen werden.

Beleuchtet wird die Ideologie der völlig gleichgestellten Frau, die alle kapitalistisch-kleinbürgerlichen Konventionen hinter sich gelassen hat, die abtreiben und splitternackt am Ostseestrand liegen darf – tatsächlich aber unter der Doppelbelastung Arbeit und Familie ächzt und sich allenfalls am Internationalen Frauentag von ihrem kittelbeschürzten Mann bedienen lässt. Dabei soll sie aber noch als das neue sozialistische Subjekt erstrahlen und sich ruhig in die Obhut des Vaters Staat begeben, der das mit ihrer Emanzipation schon regelt. Gerade viele der, im DEFA-Film fast ausschließlich von männlichen Regisseuren in Szene gesetzten Frauenfiguren verkörpern dieses neue sozialistische Ideal. In der Veranstaltung soll auch anhand einer Auswahl von Filmausschnitten den gängigen Frauenbildern auf den Grund gegangen werden.

Referent_in: Sabrina Zachanassian (meine frauengruppe, Leipzig)

Ein Seminarangebot des Roten Baum e.V. Leipzig.

An den Rand gedrängt

Die Lebenssituation von Asylsuchenden im Landkreis Leipzig

Mix 3 / So, 08.06. / 14:30 - 16:00

Der Fokus des Vortrages wird auf der Lebenssituation des Landkreis Leipzigs liegen, welcher sich durch seinen Umgang mit Flüchtlingen in den vergangenen Jahren als ein schlechtes Vorbild in Sachsen herauskristallisiert hat. Die Darstellung der Hindernisse und Schwierigkeiten, auf welche Asylsuchende im Landkreis Leipzig bzw. in anderen ländlichen Regionen tagtäglich stoßen, bildet den Anknüpfungspunkt für die anschließende Gesprächsrunde, in der vor allem Perspektiven und Aktionsmöglichkeiten zur Verbesserung der Lebenssituation von Asylsuchenden in den Landkreisen diskutiert werden sollen.

Referent_innen: Bon Courage e.V. Borna

Das Asylbewerberleistungsgesetz

- Gewollte Diskriminierung von Asylsuchenden am Beispiel des Landkreis Leipzig

Mix 3 / So, 08.06. / 16:30 - 18:00

In dem Vortrag wird am Beispiel des Landkreis Leipzig die diskriminierende Seite des bundesweit geltenden Asylbewerberleistungsgesetz aufgezeigt und diskutiert. Statt einer würdigen Auszahlung von Bargeld, halten viele Landkreisen in Deutschland noch immer am sogenannten 'Sachleistungsprinzip' fest, welches durch die Versorgung mit Essenspaketen, Gutscheinen, Magazinen etc. Asylsuchende systematisch benachteiligt und zu Menschen zweiter Klasse macht.

Referent_innen: Bon Courage e.V. Borna