Seminare im Land der lachenden Rehe

Aktuelle drogenpolitische Situation in Leipzig

Der Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski und die städtische CDU sind besorgt: Die derzeitige Gesundheitspolitik für DrogenkonsumentInnen, in deren Augen eine "Wohlfühlpolitik", produziert immer mehr Abhängige, die den städtischen Frieden gefährden. 

Die im ein Einklang mit den Leitmedien herausgegebene Parole "Junkies aus der Stadt vertreiben" scheint politisch derzeit noch nicht machbar: Also müssen andere Wege her, um Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben. 

Diese heißen aktuell: Permanente Polizeipräsenz im Einklang mit groß angelegten monatlichen "Razzien", Einflußnahme auf Fachgremien der Stadt, Druckausübung auf Hilfsprojekte freier Träger, einhergehend mit der Schaffung eines Angstszenarios in Form medialer Hetzkampagnen. 

Ein Rückblick auf stattgefundene Repressionen, eine Analyse der aktuellen (drogen-)politischen Lage und die Entwicklung von Gegenkonzepten sind Themen dieses Referats.

Da krieg' ich die Krise!

Über die kleinen Auslöser und großen Ursachen der gegenwärtigen Krise

Finanzmarkt- und Rabtierkapitalismus, Gier, Spekulation und zahlreiche weitere begriffliche Weisheiten lachen uns meistens an, wenn es um die gegenwärtige Krise geht.

In dem mit interaktiven Elementen versehen Vortrag werden zum einen die Stationen der Entwicklung der gegenwärtigen Krise aufgezeigt und nebenbei auch einige innovative Finanzprodukte und volkswirtschaftliche Grundfunktionen des Banken- und Kreditmarktes anschaulich erklärt. Im zweiten Teil darf man all das, was man im ersten Teil gelernt hat dann glücklicherweise wieder

vergessen: Die Krise die wir vorfinden, ist eine systemische Krise des Kapitalismus, die mit dem üblichen volkswirtschaftlichem Universitäts- und Marktwirtschaftsgeschwafel nicht hinreichend verstanden werden kann.

Vortrag mit Präsentation, lustigem Papiergeld und ohne das

langwierige Lesen unverständlicher Texte. Das ist doch mal was!

Der Spanische Bürgerkrieg

Der Spanische Bürgerkrieg ist eine der bedeutendsten Konflikte in der Geschichte der antifaschistischen Bewegung. Wichtig ist aber auch die Analyse der Auseinandersetzungen im antifaschistischen Lager. Vor dem aufziehenden „Zweiten Weltkrieg“ wird die Iberische Halbinsel zum Testfeld der faschistischen Kriegsmaschinerie, für Antifaschist_innen zur letzten Möglichkeit den Faschisten, Nazis und Falangisten entgegenzutreten. Ein Grundlagenvortrag mit einer Übersicht der beteiligten Seiten und einem chronologischen Ablauf. Grundlage auch für spannende Diskussionen.

„Man hatte das Gefühl, plötzlich in einer Ära der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschine.“ - George Orwell

Komm doch mal anders – eine Veranstaltung zur weiblichen Sexualität und Penetrationskritik

In einer Zeit, in der die Gewährleistung der Individuation höchste Tugend zu sein scheint, gibt es doch sehr wirksame, weil zu Selbstzwängen verinnerlichte Verhaltensregularien. In deren Sinne werden Verstöße gegen die körperliche als auch sexuelle Normierung  gesellschaftlich wie von den betreffenden Individuen selbst geächtet.  

Die Penetration und der so herbeigeführte weibliche Orgasmus haben nach wie vor einen stark normierenden Stellenwert in der menschlichen Sexualität, obwohl wir doch nun spätestens seit dem Kinsey-Report von 1953 wissen, dass der Klitoris als Lustorgan mindestens die gleiche Bedeutung wie der Vagina zukommt, wenn nicht sogar die ausschließliche. Trotzdem wird immer wieder von der Vagina als „Ort des Geschehens“, vom „unidealen Standort“ der Klitoris und vom Geschlechtsverkehr als „üblicher“, „eigentlicher“ Sexpraktik gefaselt  und alles andere unter die Begriffe „Petting“ oder „Vorspiel“ subsumiert und damit degradiert.

Aufgrund dieses androzentrischen Dogmas ist es nicht verwunderlich, wenn Frauen erst durch langwieriges Experimentieren zu einer erfüllenden Sexualität gelangen, noch dazu, da Selbstbefriedigung bei jungen Mädchen noch längst nicht solch eine Selbstverständlichkeit darstellt wie bei ihren Altersgenossen. Frauen wissen wohl, was sie nicht wollen, und können das heute durchaus artikulieren - aber was sie wollen, ist ihnen selbst häufig unklar. „In unserem Kulturkreis kann ein Mädchen zur Frau werden, ohne sich bewußt  zu werden, daß es ein Geschlecht besitzt.“ (Francoise Dupin)

In diesem Kontext werden die Ursachen für die sehr gängige Praxis des vorgetäuschten Orgasmus beleuchtet. 

Mithilfe des psychoanalytischen Ansatzes Jessica Benjamins soll der weiblichen Passivität auf sexuellem Gebiet auf den Grund gegangen werden. 

Seit der 68er Bewegung wird von den sexuell „befreiten“ Frauen erwartet, ihre Sexualität in vollen Zügen zu genießen – eine Erwartung, die alle Beteiligten unter einen hohen Leistungsdruck setzt: Männer müssen machen und Frauen müssen kommen. Diskutiert werden soll, ob die Frauen und ihre Sexualität durch die Studentenbewegung nicht doch wieder instrumentalisiert wurden oder ob diese Bewegung einen feministischen Befreiungsschlag bedeutete.

Stolpen, Stülpner, Stadtguerilla

Flüsse, Widerstand, Täler, Zivilgesellschaft, Berge, Antifa, Nazis, Ulbig – Antifaschistisches Quiz für Neugierige, Besserwisser_innen und Rätselfreund_innen

Neues aus der Anstalt

AKuBiZ klagt vor dem Landgericht Sachsen gegen die sogenannte Demokratieerklärung von Bundesministerin Kristina Schröder. Wir informieren über den aktuellen Stand und die Diskussionen in der bundesweiten Zivilgesellschaft ... 

Kristina Schröder: „Die Klausel wird bleiben. Ich werde meinen Weg da unbeirrt fortsetzen.“ (Welt Online 26.11.11)

Wir sagen: die Klausel wird nicht bleiben! Die Fortsetzung des Weges ist nicht Unbeirrbarkeit – er führt gemeinsam mit Extremismustheorie die Sackgasse.

Der NSU, der Geheimdienst und der versäumte "Kampf gegen rechts" 

Mindestens zehn Morde. Mindestens vierzehn Banküberfälle. Zwei tote Bankräuber, deren Tod noch immer mysteriös ist. Eine schweigende Nazi-Terroristin in Untersuchungshaft. Ein Menschen verachtendes Video, dessen Titelmelodie inzwischen die Nazis bei Demos pfeifen. Kurz: der NSU. 

Und NSU heißt auch: Ein Inlandsgeheimdienst, der an der Wiege des Terrors stand. Polizei, die die Möglichkeit einer rassistischen Mordserie bewusst ausgeklammert hat. Sächsische Behörden, die die Helferstrukturen über Jahre unangetastet ließen. 

Und NSU heißt heute: Andauernde Versuche - vor allem in Sachsen, die Aufklärung der Hintergründe des Terror-Netzwerkes zu behindern; die Nutzung der rassistischen Mordserie zum Ausbau des Repressionsapparates. 

Über den NSU, seine Hintergründe und die Versuche der Aufklärung berichten Kerstin Köditz, Obfrau der LINKEN im NSU-Untersuchungsausschuss